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Highlights im Kilometertakt

Australien

Let it roll: Ein Wohnmobil-Trip auf der Pacific Coast Route von Cairns nach Syndey ist das ultimative Australienerlebnis für Individualisten. Regenwald, Great Barrier Reef und die größte Sandinsel der Welt inbegriffen

Sind hier wirklich keine dieser Monster?“ Meine Frau neigt zur Vorsicht in allen Lebenslagen.
„Keine Angst, Salzwasserkrokodile gibt’s in der Esplanade Lagoon in Cairns nicht!“, antworte ich. Zumindest in dem Areal, das uns ein Mitarbeiter des Crystal Cascades Holiday Park so ans Herz gelegt hat. Hierhin haben wir unseren Camper für die ersten Nächte unseres Roadtrips von Cairns nach Sydney gelenkt – wir müssen uns schließlich ganz langsam an dieses sieben Meter lange Gefährt gewöhnen, das jetzt zwei Wochen lang unser Zuhause sein wird (es gibt übrigens auch kleinere Modelle).

©ingusk/stock.adobe.com
Glänzender Abschluss: Sydney mit Opernhaus

Neues Urlaubsgefühl im rollenden Zuhause

Beim Check-in („Hier die Anschlüsse, Knöpfe, Schalter für Strom, Wasser, Dusche, Batterien, Toilette.“) waren die Infos auf uns eingeprasselt wie Starkregen. Als wir vorsichtig vom Hof des Vermieters rollten und uns erstmals im Linksverkehr einordneten, war uns der Respekt vor unserem fahrenden Urlaubsquartier vermutlich noch deutlich anzumerken. Doch mit jeder Stunde am Steuer wich die anfängliche Unsicherheit – und es stellte sich pure Freude am Unterwegssein ein und am Gefühl, überall „zu Hause“ sein zu dürfen. Schon auf der ersten Fahrt nach Kuranda zum UNESCO-Welterbe Wet Tropics – einem exotischen Regenwald in Queensland – schafften wir es routiniert, auch auf engeren Parkplätzen keine Vollsperrung zu verursachen. Und konnten die anschließende Fahrt mit der historischen Eisenbahn hinauf nach Kuranda völlig stressfrei genießen.

Freiheit total – und grandiose Eindrücke

Als wir am nächsten Tag Cairns verlassen, um unser Tagesziel Innisfail zu erreichen, haben wir längst vergessen, dass wir nicht mit einem Kleinwagen unterwegs sind. Wir cruisen in entspanntem Tempo durch die üppig grünen Hügelwelten der Atherton Tablelands, wo wir die märchenhaften Wasserfälle bei Millaa Millaa nicht nur bestaunen, sondern darunter auch ein erfrischend kaltes Bad nehmen. Überhaupt finden wir unterwegs viele Gründe (und die schönsten Aussichtspunkte), um immer wieder kurz anzuhalten und Fotos zu machen. Schon nach zwei Tagen sind wir angekommen in der Mentalverfassung des Camper-Urlaubers: Das ist sie doch, die Freiheit, nach der wir gesucht haben. In zwei Tagen haben wir schon mehr gesehen als in manch anderen Urlauben in einer Woche. Grandiose Eindrücke im Kilometertakt – so darf es gerne weitergehen.

Und so geht es auch weiter. Wir haben uns bewusst für die Pacific Coast Route von Cairns nach Sydney entschieden, obwohl mit dem Wohnmobil auch andere Routen möglich gewesen wären. Der legendäre Melbourne Coastal Drive zum Beispiel, oder – wenn man das Outback liebt – der Red Centre Way, ein Trip nach Alice Springs, mit dem Berg Uluru am Wegesrand. Aber wir wollten eben unbedingt das erleben, was die Pacific Coast Tour bietet: das Great Barrier Reef zum Beispiel, das uns einige Schnorchelrunden in atemberaubender Unterwasserkulisse bescherte.

Das ist sie doch – die große Freiheit, nach der wir gesucht haben

Das glamouröse Noosa sehen und natürlich Byron Bay, diesen magischen Ort, der viele Menschen anzieht, deren Lebensziel zu sein scheint, es ruhig angehen zu lassen. Ein echter Herzensort, genauso wie die karibisch anmutenden Whitsunday Islands oder Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Dass wir hier mit einem Four-Wheel-Drive über Sandpisten rutschen wie professionelle Rallyefahrer und am Abend echte Dingos am Strand entdecken, gehört zu den unvergesslichen Erinnerungen, die wir von unserem Roadtrip mit zurück nach Hause nehmen. In der Sprache der Aborigines heißt Fraser Island übrigens K’gari, übersetzt: Paradies. Und das kommt hin. Auch wenn meine Frau findet, von den wilden Dingos hätte ich ihr erzählen sollen, bevor wir mit der Fähre dorthin übersetzten.

Die Vielfalt Australiens in nur vierzehn Tagen

Sie ist eben ein vorsichtiger Mensch. Das führt dazu, dass sie immer kurz zusammenzuckt, wenn uns auf den engen australischen Highways die als Road Trains bekannten Riesentrucks begegnen und so nah an uns vorbeidonnern, dass wir den Diesel ihrer Motoren riechen können. Doch das sind seltene Momente auf der 2.800 Kilometer langen Strecke, die wir bestens gelaunt beenden. Froh darüber, einmal unabhängig gewesen zu sein von Reisegruppen, festem Programm und Trubel im Hotel. „Unser Camper, unsere Regeln!“, lautete unsere Roadtrip-Regel.
Dass wir in nur vierzehn Urlaubstagen eine so große Vielfalt des Kontinents Australiens erleben durften, war ein extra Bonus. Sodass wir fast ein wenig traurig sind, als wir an Tag 14 in Sydney schließlich vor der Harbour Bridge stehen, mit der Oper und dem historischen Viertel „The Rocks“ als Kulisse. Denn unser fahrendes Zuhause vermissen wir jetzt schon.


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