Türkei

Meer, Mezze und jede Menge Kultur

An der Türkischen Riviera zwischen Antalya und Kemer lässt sich Badeurlaub mit allerlei Highlights krönen – vom Theaterbesuch bis zur Kajaktour durch die Berge

Eine Schildkröte! Sie schwimmt neben mir und betrachtet mein Gesicht mit Taucherbrille und Schnorchel ebenso neugierig, wie ich ihren Panzer. Wir planschen nebeneinander im glasklaren Wasser der Bucht von Phaselis. Ich bin mit einem Ausflugsboot von Kemer gekommen, unterwegs haben wir Delphine gesehen und gleich serviert die freundliche Bootscrew ein Mezze-Picknick am Strand. Bevor es zurück aufs Boot geht, erkunden wir das antike Phaselis: ein kleines Theater und einen Triumphbogen. Geschichte zum Anfassen, inmitten von Natur – was für ein Luxus!

©Go Turkey
Bitte teilen! Türkische Mezze werden klassisch als Vorspeise und zum Raki gereicht
©ejdetduzen/stock.adobe.com
Bühnenreif: Theater von Aspendos
©Boris Stroujko/stock.adobe.com
Historie vor dem Taurusgebirge: die Altstadt von Antalya mit Moschee und Glockenturm

Phaselis ist für mich ein Sinnbild für die Türkische Riviera, die sich von Alanya bis Kemer erstreckt: Es gibt hier viele luxuriöse All Inclusive-Hotels an kilometerlangen Stränden, aber direkt ums Eck finden sich geheimnisvolle antike Stätten, wilde Natur und einsame tiefblaue Buchten.

Antikes Theater und Naturschauspiele

Wir starten in Side. Das charmante Städtchen legt Besuchern seine antike Vergangenheit buchstäblich zu Füßen: Man spaziert über dicke Glasböden, den Blick in die Tiefe gerichtet, auf Säulen, Friese, Mauerreste. Keinesfalls verpassen: den Sonnenaufgang am Apollo-Tempel, pittoresk direkt am Strand gelegen.

Auf der Weiterfahrt nach Antalya empfiehlt sich ein Schlenker über Aspendos: Hier steht eines der besterhaltenen römischen Theater der Welt; es wird bis heute für Aufführungen genutzt. Spektakuläre Naturschauspiele gibt es im Köprülü-Canyon: 14 Kilometer frisst er sich in den Kalkstein, inmitten eines üppigen Waldes von Zypressen, Kiefern und Eichen. Perfekt zum Wandern, Paddeln oder Raften.

Zurück an der Küste liegt Antalya, die größte Stadt der türkischen Riviera, die mit einer hübschen Altstadt samt überdachtem Basar punktet. Wir bleiben nur kurz, denn es geht weiter in die Berge nach Termessos. 333 vor Christus hat Alexander der Große die Stadt wochenlang erfolglos belagert. Heute gibt es die Ruinen eines kleinen Theaters zu sehen und eine Vielzahl reich verzierter, geheimnisvoller Sarkophage.

©Telly/stock.adobe.com
Am Strand von Cirali nisten Meeresschildkröten

Wieder am Meer erreichen wir das Touris­tendorf Kemer, Phaselis und die Olympos-Seilbahn, die auf den 2.365 Meter hohen Tahtali Dagi führt, der in der Antike Olympos hieß. Das nahe Örtchen Cirali ist für den strengen Schutz der Meeresschildkröten bekannt, die hier ihre Nester graben.

In der Heimat der Feuer speienden Chimäre

Faszinierend ist Chimaira, ein unterirdisches Gasfeld bei Cirali, das noch immer brennt, in der Antike aber ein wesentlich stärkeres ewiges Feuer verursacht haben soll. Hier befand sich angeblich die Heimat der fürchter­lichen Chimäre, eines Feuer speienden Wesens, halb Löwe, halb Drache, und mit einem Ziegenkopf versehen. Doch sie ist schon lange nicht mehr gesichtet worden … noch nicht mal, um Touristenmassen zu vertreiben. Die gibt es hier nämlich zum Glück gar nicht.
Anja Haegele

Hoteltipps Türkei

Anzeige

TTM11_AZ_DIG_FVA_Tuerkei_1920x1080px
Diesen Artikel teilen