Südafrika
Durch den Garten Eden
Entlang der südafrikanischen Garden Route findet sich alles, was für paradiesische Urlaubsstimmung sorgt: traumhafte Natur, Wildlife, köstliche Küche – und jede Menge Meerblick
Es ist früher Morgen im Addo Elephant Park, die Sonne scheint über die weite Graslandschaft, in der Ferne äsen eine Herde Antilopen und ein paar Zebras. Und auch direkt vor unserem Auto ist etwas los: Ein kleiner Mistkäfer rollt in Schwerstarbeit eine Kugel aus Elefantendung über die Schotterpiste. Bisher sind wir kaum einem anderen Auto begegnet. Im Schritttempo fahren wir durch den langsam erwachenden Park, der nordöstlich von Gqeberha an der Garden Route liegt. Der größte Nationalpark des Ostkaps wurde 1931 gegründet, um die letzten überlebenden Elefanten der Region zu schützen, inzwischen leben hier mehr als 600 Dickhäuter. Auch wir haben Glück. Als wir uns dem Wasserloch Marion Baree nähern, sehen wir die Herde mit ihren Babys schon von Weitem. Sie sind gerade dabei, ein Bad zu nehmen. Die jungen Tiere necken die Erwachsenen, bis es denen zu bunt wird.
Eine Traumaussicht folgt auf die nächste
Wir sind unterwegs auf der Garden Route, einer 370 Kilometer langen Panoramastraße, die von Gqeberha (früher Port Elizabeth) an der Küste entlang nach Mossel Bay führt. Ihr Name kommt vom „Garten Eden“, durch den sie führt. Zu Recht, wie wir immer wieder feststellen. Wir verlassen den Park in Richtung Plettenberg Bay und passieren den weltberühmten Surfspot Jeffreys Bay. Hier wiegen sich die Möwen im Wind und im Getöse der Wellen, gleiten die Surfer durch die glitzernden Wellen. Für Outdoor-Liebhaber oder Adrenalinjunkies lohnt ein Zwischenstopp im Tsitsikamma-Nationalpark oder an der Bloukrans Bridge, von der man sich bei einem Bungee-Sprung kopfüber in die Tiefe stürzen kann.
Nach 300 Kilometern erreichen wir das von Südafrikanern „Plett” genannte Plettenberg Bay. Nicht nur wohlhabende Ruheständler, sondern auch digitale Nomaden lieben die an weißen Sandstränden gelegene Stadt, deren Häuser mit großen Fensterfronten meist zum Meer ausgerichtet sind. Wir machen eine Wanderung auf dem 5,5 Kilometer langen Küstenpfad im Robberg Nature Reserve, der uns zum Witsand führt, einer großen Sanddüne. Diese Aussicht, dieses Meer, diese wunderbare Brise!
Am nächsten Tag geht es weiter auf der Nationalstraße 2, über welche die Garden Route führt. Zum Mittagessen wollen wir in Knysna sein. Das gemütliche Städtchen, das an einer Lagune liegt, gilt als kulinarischer Hotspot der Garden Route. Die kleinen Restaurants an der modernen Waterfront servieren die legendären fangfrische Austern, die hier wild an den Klippen wachsen. Später genießen wir zum Sunset einen wunderschönen Blick über die Inselchen der Lagune, die übersät ist mit kleinen Segelbooten.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt kommen wir nach Wilderness und zum Wilderness-Nationalpark. Das leuchtende Grün der Wälder und der rot leuchtende Fynbos, die typische Buschvegetation der Kapregion, sind prächtig anzusehen. Es gibt Lagunen, an denen exotische Vögel zu Hause sind, Wanderwege, die sich zwischen Wasserfällen hindurchschlängeln und 9.000 Pflanzenarten. Auch wenn gerade nicht alle blühen – es ist wirklich ein Garten Eden hier.
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Das offizielle westliche Ende der Garden Route erreichen wir in Mossel Bay. Von hier sind es etwa noch vier Stunden bis nach Kapstadt. Doch wir legen noch drei Tage in Hermanus ein, einem entzückenden Küstenstädtchen mit weißen Hugenotten- und Reetdachhäusern, das berühmt ist für Walbeobachtungen. Leider sind die Meeressäuger gerade in anderen Ozeanen unterwegs. Dafür genießen wir bei Spaziergängen die langen Strände, besuchen kleine Cafés und bewundern die Kunstskulpturen am Cliff Path. Niedlich sind die Dassies, Klippschliefer auf Deutsch. Kleine Pelztiere, die sich auf den Felsen sonnen.
Zum Sonnenuntergang geht es in das Fischrestaurant „The Rock” direkt am Hafen. Neben leckeren Fischgerichten und superfrischem Sushi haben wir einen grandiosen 270-Grad-Blick auf die Bucht.
©David/stock.adobe.comUnd zum großen Finale nach Kapstadt
Am nächsten Tag erreichen wir über den aussichtsreichen Chapman’s Peak Drive Kapstadt. Mit der Seilbahn fahren wir hoch zum Tafelberg und blicken auf das, was jetzt zum krönenden Abschluss vor uns liegt: Südafrikas quirlige Küstenmetropole mit ihrer kreativen Küche, den vielen Galerien und den verlockenden Weingütern in der Umgebung. Was für ein Finale!
Kathrin Kosaca-Fuchs
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