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für eine Reise in den Schwarzwald
Das Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands ist trotz seines Namens alles andere als finster. Es steckt voller Lebensfreude und Genuss. Man kann dort junge Kunst erleben und in tiefgrüner Natur entspannen
Wanderungen in wunderbare Waldwelten
© Stefan Kuhn PhotographyAuf einem Baumstamm wachsen zarte Moose und Minipilze. Und eben schickt die Sonne auch noch ein paar Strahlen durch die Wipfel. Sie lassen den Wald und seine Lebewesen in zauberhaften Fächermustern erstrahlen. Der 3,5 Kilometer lange Wildnispfad bei der Bühlerhöhe ist eine besonders schöne Wanderung im Nationalpark Schwarzwald. Aber davon gibt es so viele, vom Spaziergang bis zur Mehrtagestour: Über 24.000 Kilometer markierte Wege führen durch das Mittelgebirge. Das hat geheimnisvolle, tiefe Nadelwälder. Und neben den kleinen Pflanzenwundern gibt‘s dort auch grandiose Aussichten – auf Seen, in idyllische Seitentäler oder zur Rheinebene, die an Frankreich grenzt.
Der besondere Tipp: Der Mummelsee
Um diesen Karsee am Fuß der Hornisgrinde rankt sich die Sage um ein Seefräulein – Mümmlein –, das sich in einen Schwarzwälder Jungen verliebte. Die Sache ging nicht gut aus. Aber der ein Kilometer lange Rundweg um den Mummelsee mit Berghotel ist umso reizvoller. Das Gewässer liegt an der Schwarzwaldhochstraße.

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Digitale Kunst in Karlsruhe
© CMR / Isabela PaciniRiesige Augen schauen in die Menge. Die Schlossfassade brennt, wird erst zum ägyptischen Tempel, dann zur gotischen Kathedrale. Von Mitte August bis Mitte September projizieren die Schlosslichtspiele Karlsruhe jeden Abend internationale Lichtkunst an die Fassade des Gebäudes. Am besten sichert man sich Plätze auf der Wiese, solange es noch hell ist. Sundowner und Snacks gibt’s an Ständen. Der Eintritt ist frei. Übrigens: Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) zeigt rund ums Jahr aufregende aktuelle Ausstellungen – freitags ab 14 Uhr sogar kostenfrei.
Ein genussvoller Sternenhimmel
© Schwarzwald Tourismus/Chris KellerEin lauer Sommerabend. Der Tisch ist schon gedeckt, aber was heißt in diesem Fall schon Tisch: Das hier ist eine lange Tafel mitten im Weinberg. Ronny Loll, Koch und Buchautor, hatte vor einigen Jahren die Idee zum Genussevent tafelVINE. Seitdem kocht er an ausgewählten Terminen für Gäste sieben Gänge – bis die Sterne am Himmel leuchten. Badische Weinbauern kredenzen die Weine dazu – 2026 die Alde-Gott-Winzer in Sasbachwalden. Der Schwarzwald steckt voller solcher exquisiten Genüsse. Auch die Dichte an Sterneköchen ist hier besonders hoch. Derzeit leuchten 40 Michelin-Sterne über 31 Restaurants. Auch die berühmte Traube Tonbach in Baiersbronn ist mit drei Sternen wieder dabei.
Freiburg – hallo, lieber Süden
©stock.adobe.com/riebevonsehlBeim Blick auf die Wetterkarte wird man neidisch: Warum nur ist es in Freiburg oft so viel sonniger als im Rest der Republik? Die Schwarzwald-Metropole hat aber nicht nur ein prima Klima. Sie wirkt trotz schönstem Altstadtflair sehr jung, weil hier 25.000 Studenten leben und lernen. Weithin sichtbarer Ankerpunkt ist das Freiburger Münster – und zu seinen Füßen der wunderschöne Wochenmarkt, wo‘s neben regionalem Obst und Gemüse u. a. auch italienischen Espresso und Weckle mit Schwarzwälder Schinken gibt. Neben den historischen Bächle durchfließt die Dreisam die Stadt. Und für Horizonterweiterung sorgt der Schauinsland. Das ist der Freiburger Hausberg, auf den die gemütliche Schauinslandbahn gondelt.
Schöner baden in Baden-Baden
© CARASANA Baederbetriebe / Jan Bürgermeister„Nach 10 Minuten vergessen Sie die Zeit und nach 20 Minuten die Welt.“ Das sagte der amerikanische Schriftsteller Marc Twain nach seinem Besuch im historischen Friedrichsbad in Baden-Baden. Dieses im Renaissancestil erbaute, einzigartige Gesamtkunstwerk wurde 1877 eröffnet. Es verführt Gäste zu einem aus vielen Wellnessstationen bestehenden, römisch-irischen Baderitual. Schneller und stilvoller kann man dem Alltag wohl kaum entkommen. Die Kurstadt Baden-Baden gehört auch nicht von ungefähr zum Unesco-Welterbe „Great Spa Towns of Europe“. Seit Urzeiten sprudeln dort täglich mehrere Tausend Liter Thermalwasser aus unterirdischen Quellen. Erste Badetempel erbauten im Schwarzwald daher schon die Römer. Heute wird das Thermalwasser nicht nur ins Friedrichsbad, sondern auch in die moderne Caracalla Therme eingespeist.
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